Gedanken zum Fußball

2011

 

Während früher bei unseren Fahrten über Land in größeren Orten am Stadtrand staubige Fußballplätze mit teilweise verrosteten Metalltoren mein Fußballerherz nicht gerade erfreuten, wurden nach der Europameisterschaft 2004 in vielen kleinen Orten gewaltige Anstrengungen unternommen, die Euphorie nach dem völlig überraschenden Titelgewinn mit Hilfe des deutschen Trainers Otto Rehhagel und schmucklosem Konterfußball als moderne Weiterentwicklung des Catenaccio in eine bessere Infrastruktur und viele schöne neue Plätze umzusetzen. Lange hielt es nicht an, Dellas-Trikots, von denen eins unser Sohn damals stolz trug, sind verschwunden und wurden überall abgelöst durch Shirts von Messi oder Ronaldo. Irgendwo hängt noch verschämt ein Karagounis. Griechische Helden gibt's keine mehr.

 

 

Heute finde ich stolze Kunstrasenanlagen etwas versteckt in den Bergen und staubige Hartplätze an Straßenrändern. An den Stränden bei den All-Inclusive-Anlagen von Kiotari kicken junge Engländer gegen Deutsche. In Lindos aber spielen griechische Jugendliche abends lieber Basketball auf der Anlage neben dem Stadion. In den Dörfern jedoch sieht man gegen 10 immer noch Jungs  auf der Platia, die  den Ball hoch halten und viel Spaß haben, bevor sie von ihren Schwestern nach Hause gerufen werden.