Unterwegs im Sueden

Es dauerte etwas, bis ich zu meinem Auto kam. Alle roten Fiats oder Hyundais waren bei Hermes oder Tomaso grad weg oder es wurden Kunden bedient. Schließlich kam ich noch zu einem silbernen älteren Fiat und fuhr los, die Insel zu erkunden.

Die erste Station war natürlich Chora, die Inselhauptstadt, wo oben ein heftiger Wind pfiff. Ich machte einen kleinen Rundgang, den ich am nächsten Tag dann ausführlicher wiederholte. Eine eigene Welt ist dieses Chora. Enge Gassen, viel Weiß und viele bunte Türen und Fenster. Meinen Frappé trank ich im Kath‘odon. Der Himmel bedeckte sich mit Wolken. Für meine Fahrt in den Süden sehr schön. Kurz mal zum Kloster Chosoviotissa und zum Parkplatz bei der Bucht von Agia Anna. Das Meer superblau, die Wolken weg, der Abstieg zum Strand schattenlos, also lieber in den Süden, irgendwo an den Strand zum Baden.

Die Fahrt zog sich hin, Serpentinen, kahle Gipfel, hin und wieder mal Häuser. Bei Kamari fuhr ich hinunter zum Mouros-Strand. Es ging wieder steil hinunter und war sehr windig und hatte wenig Schatten. Clevererweise hatte ich auf einen Sonnenschirm verzichtet. Also lieber weiter über Arkesini ins Paradies. Der Paradisia-Strand hatte einen Baum, also legte ich meine Sachen zu den drei Badegästen hinzu und ging ins Wasser. Was für eine Erfrischung! Es war schön an dem kleinen Strand, obwohl der Name etwas übertrieben ist. Das Tiropita und das angewärmte Wasser schmeckten gut und gaben mir Kraft, als der Strand sich so nach und nach füllte, bis ans Ende des Südens zu Agios Paulos zu fahren. Hier war es windig, aber auch voller Menschen und alle Schattenplätze waren belegt.

Auf der Rückfahrt nahm ich linkerhand das Schiffswrack wahr, das im Le Grand Bleu eine Rolle gespielt hatte. Und immer wieder dieses geile Blau des Meeres. Das hatte ich vor Amorgós so noch nie gespürt.

Abends machte ich in Katápola einen Rundgang am Kai entlang, über Rachidi bis nach Xiloskeratidi und erlebte Le Grand Bleu. Der nördliche Ortsteil war ruhig und nicht so von Gästen gefüllt wie der Hafen von Katápola. Dort nahm ich später in einem der Cafés am Platz einen Rakomelo, den Honigschnaps der Insel zu mir und brauchte noch gleich einen Uso zum Nachspülen. Ich hatte Mühe, die über 50 Stufen zu meinem Zimmer bei Eleni unfallfrei zu überstehen. Danach schlief ich gut ein.