Limni – versteckt auf Euböa

Ich weiß, Geschmäcker sind verschieden. Doch Limni und seine Umgebung im Norden Euböas sind für Griechenlandfreunde, die nicht unbedingt Trubel suchen, einfach nur schön. Vor fast 30 Jahren waren wir noch mit Auto und Zelt unterwegs und fanden nach einer Odyssee auf Schotterwegen nach tagelangem „Buchtensuchten“ kleine einsame „uns allein gehörende“ Traumstrände in der Nähe von Limni. Abends sind wir dann zum Einkaufen und Essen mit total verstaubtem R4 nach Limni gefahren und konnten am Hafen parken. Heute ist abends der Hafenbereich für Autos gesperrt, weil Limnianer und griechische und wenige andere Touristen Volta gehen. Das größte Problem ist also einen Parkplatz zu finden.

Der Reiz des Städtchens besteht wie in den 70er und 80er Jahren in den fast gleich gebliebenen Tavernen, Cafes, Geschäften und gastfreundlichen Menschen. Es ist viel los, doch Hektik erleben wir nie. Wenn abends Gaukler aus anderen Ländern durch den Ort ziehen und ihre langen Tücher in den Ästen der großen Platane von „Platanos“ hängen und Freiluft-Artistik bieten, spenden wir nicht nur Beifall. Noch einen halben Rosè vom Fass und Melone zum Nachtisch und dann geht es zurück auf unsere Terrasse, um im Dunkel der Nacht das Meer zu hören. Wir zelten nämlich nicht mehr, sondern wohnen in Limni, Rovies oder Chronia, baden an den alt bekannten Stellen oder erkunden neue Buchten. Seit einigen Jahren ist die „Autobahn“ von Loutra Edipsos nach Limni fertig und man kann relativ schnell von der Glifafähre Limni erreichen, denn der Landweg über Euböas Hauptstadt Chalkis ist lang und führt über viele Serpentinen durch üppige Wälder. Doch wenn man weiter nach Athen oder in die Ägäis will, fährt man das gern, denn man hat ja neue Ziele.

2008