Eine Stunde auf Irakliá

Das kleine Schiff pflügte durch die Ägäis. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Chora schwankte es schon sehr. Zwei Kinder hatten etwas Mühe. Doch eigentlich gefiel allen die Reise zu den kleinen Kykladen. Es war wirklich so, als ob das Schiff bei Agios Georgios in eine Piratenbucht einlief. Etwas Ähnliches hatte ich nur früher mal bei Ithaka erlebt.

Irakliá war klein, karg, überhitzt in der Mittagssonne, freundlich, ländlich, kykladisch, weiße Häuser und ruhig, absolut ruhig. Einige Reisende blieben gleich am Hafenstrand und ließen sich unter den Bäumen nieder, andere bummelten durch das Dorf. Kaum Menschen zu sehen. Nur eine alte Frau stand beim Pickup, der Brot brachte.

Ich brauchte dringend einen Frappé im Schatten. Doch bis dahin musste man aufwärts gehen. Die Sonne brannte mir auf den Nacken. Ich schmierte ihn noch mal mit einem Sonnenschutzmittel ein.

Nach kurzem Bummel durch zwei, drei Gassen ließ ich mich im nächsten Cafe nieder und genoss Ruhe und Licht und weiße Wände und blaue Türen und Fensterrahmen wie ein Neuankömmling in der Welt der Kykladen. Die Stille und das Licht beruhigten mich. Hinterher wusste ich nicht mehr, ob ich im Perasma oder im Aiolos gesessen hatte.

Das ist also die größte der Kleinen Kykladen, dachte ich. Nett. Ruhig. Und nichts los. Vielleicht ein ander Mal mehr.

Das Schiff „hupte". Schnell zum Hafen durch die heiße Sonne. Auf nach Koufonissi.