In und um Galini im Oktober

Das Frühstück im Romantika war gut gewesen. Bei der Ausfahrt aus Galini stellte ich fest, dass heute die Tankstelle geschlossen war. Auch in Timbaki deutete alles auf einen Tankstellenstreik hin. Ich hatte noch genug Benzin im Tank für eine Tagestour, aber dann? Mal sehn. Ich war unterwegs nach Festos und wollte diesmal auch Agia Triada besuchen. Während bei der bekannteren Stätte schon der erste Bus ankam, war Triada sehr verwaist. Kein Besucher außer mir und auch ich hielt mich nicht lange auf. Es wurde nämlich richtig warm. Ein Abstecher nach Matala und dann lieber an den Kommos und nach Kalamaki. Dort war der Strand gut besucht. Ich legte mich in die Sonne, hörte die Wellen rauschen und wurde bald hungrig. Im Aura bekam ich frittierte Pilze und genoss sie mit einem Mythos. Dann wieder eine schöne Liege, ein gutes Buch und viel Sonne. Kreta zum Genießen.

Abends hatten die ersten Tankstellen wieder geöffnet. Ich atmete auf und tankte voll. Beim Abendspaziergang ins Dorf war es bei Stochos schon dunkel. „Offen bis 17 Uhr“, erklärte der Aufsteller an der Treppe. Dann eben der große Girosteller im Gold Sun. Es hatte nicht nur drinnen Gäste, auch draußen saßen Griechen in dicker Jacke wie ich und aßen und klönten. Ein Espresso im Cafe Platia bei Vangelis, der mich wissend anlächelte und einen Raki dazu brachte, rundeten den Abend fast ab. Es war ja Championsleague-Zeit. Als Olympiakos Piräus begann, Borussia Dortmund „auseinander zu nehmen“, nahm ich lieber den Weg am Strand zurück über die Brücke in mein Zimmer.

Über Agios Georgios und Agios Pavlos fuhr ich auf Asphalt und Schotter am Meer entlang nach Triopetra. Es war ein wunderschöner sonniger Strandtag. Keine hohen Wellen wie im Sommer und auch nur ganz wenig Wind. Ich erlebte Ruhe und Frieden. Im Apothiki gab es Zucchinibällchen und einen schönen Blick aufs blaugrüne Meer. Über Melambes würde ich nächstes Mal nicht wieder nach Galini zurückfahren. Die Straße zog sich und zog sich, aber die Blicke aufs Libysche Meer waren traumhaft.

Vangelis kochte heute im Cafe Platia selbst. Ich nahm die Herausforderung an, seine neapolitanischen Nudeln schmeckten mir richtig gut. Raki gab es satt. Doch die Abendessen im Romantika waren ebenso gut. Heidi hatte Lamm mit Artischocken und einmal extra für mich Krautrouladen in Zitronensoße gekocht. Das Essen im Herbst war jedenfalls keine Kreta-Diät gewesen.

Baden in Galini, kurzes Eintauchen in Matala, Baden bei Giorgos am Ostende von Kalamaki, so vergingen die Tage. Ich ruhte mich weiter gut aus, bis ich am Sonntagabend packen musste. Die Fahrt am frühen Morgen nach Heraklion in der Morgendämmerung war problemlos. Kein Fluglotsenstreik. Kein Stress. In Paderborn war es kühl, aber die Sonne schien zur Begrüßung. Die nächsten Tage sollten golden werden.

2011