Galini - Riders on the storm

"Riders on the storm , into this house we’re born, into this world we’re thrown..." (Doors). Selbst auf dem Balkon des Romantika am Rande von Agia Galini verfolgte uns das Lied aus den Sechzigern im Herbst 2012. Es sollte unsere odysseenhafte Reise bis zum Ende bestimmen.Bereits im Flieger schwoll Ramonas Fuß enorm an. Sie probierte nach langer Zeit, mal wieder ein Flugzeug zu besteigen und Griechenland zu besuchen. Doch ich spürte nach dem Start schon die Veränderung ihres gesundheitlichen Zustands und machte mir Sorgen. Am Gepäckband in Heraklion kamen gleichzeitig Koffer aus Hannover, Tel Aviv und Kiew an. Es wurde nervig. Russische Stöckelschuhfrauen, die keine Zeit hatten, rissen an Koffern, die eindeutig aus Deutschland kamen. Es wurde eine Nervenprobe. Ramonas Fuß wurde nicht dünner. Danach beeilte ich mich, schnell ein Auto zu bekommen. Zwei kleine Nero besorgen, Koffer rein und dann los in Richtung Rethymnon, die Abzweigung Richtung Spili finden und durch die Kotsifou-Schlucht nach Plakias. Die Sonne schien über die Bucht, das Meer sah von Mirthios aus wunderschön aus. Als wir vor dem Paligremnos ausstiegen, spürten wir sofort, dass es windig wurde.

Das Moussaka, der Zaziki, der Frappé und das Mythos brachten uns etwas in griechische Stimmung. Am Strand nahm der Wind weiter zu und so ließen wir uns vorm Wind geschützt vor der kleinen Bar in der Sonne nieder. Ich ging einmal schnell ins Wasser, das angenehm warm war. Vor uns baute Georgios mit einem kleinen Motorlader bereits Schirme und Liegen ab. Ramona brauchte Eiswasser zum Fußkühlen. Georgias Mama war sofort hilfsbereit und gab uns eine Schüssel und viel Eis. Mit Erfolg. Der Fuß schwoll ab. Der Wind nahm hingegen weiter zu, auf dem Balkon mussten wir die Stühle festklemmen. Doch nach dem Essen bei Sofia konnten wir beide gut schlafen. Da der Morgen wieder viel Wind brachte und der Sand nur so über den Strand pfiff, brachen wir den Aufenthalt in Plakias nach leckerem Frühstück im Smerna ab und fuhren ins „windstille“ Agia Galini. Am übernächsten Tag fuhren wir nach Matala. Nach einer halben Stunde auf den Liegen pfiff der Wind die Menschen vom Strand in die Cafés oder Restaurants. Selbst Frappégläser auf den Tischen mussten „befestigt“ werden.

Am Montag setzte leichter Regen ein bei 25 Grad. Ramona bekam Durchfall und Erbrechen. Heidi erklärte uns, dass seit letzter Woche ein Virus in Galini unterwegs war. So sparten wir ein Abendessen, ein Frühstück und ein Mittagessen. Am nächsten Abend aß Ramona wieder etwas Brot. Dem Fuß ging es durch die viele Ruhe im Bett besser, dem Rücken hingegen nicht.Danach gab es nette Momente in Galini, am Triopetra und in Matala, und in der Nacht vor der Abreise erwischte der Virus mich. Halleluja. Ich weiß nicht mehr, wann ich mich das letzte Mal dermaßen hatte übergeben müssen. Ich war ziemlich fertig. Wir mussten den Flug stornieren, die Agentur konnte nicht umbuchen, es gab keine Direktflüge mehr zum Saisonende, alle Flieger waren voll. Verzweiflung machte sich breit. Im Internet fand ich in geschwächtem Zustand zwei Restplätze in einer Hamburgmaschine zwei Tage später, schnell wurden sie gebucht. Ramonas Fuß würde eine Reise Heraklion-Athen-München-Hannover mit 3 Starts und 3 Landungen „kaum überstehen“. Dann musste ich aber wieder ins Bett unter die Decke. Am Sonntag ging es mir wieder besser. Die Sonne knallte auf den Strand in Agia Galini, nur leider waren die Wellen so hoch, dass das Wasser sehr dreckig war. Wir gingen nicht hinein. Es gab keine Abkühlung.

Am späten Nachmittag fuhren wir rechtzeitig zum Flughafen, wo wir erfuhren, dass wegen des Sturmes an der Nordküste einige Flüge nach Chania umgeleitet wurden. Um uns herum fluchende Reisende. Wir hatten Glück, Condor flog von Heraklion nach Hamburg, Ramonas Fuß wurde wieder dick, aber sie war besser vorbereitet. In Hamburg hatte es 3 Grad Celsius. Ein Temperaturunterschied von etwa 25 Grad zum Mittag. Krass. Nur noch nach Hause. Das Auto war nicht zugefroren. Wir fielen müde in unsere Betten. Dem Fuß ging es bald wieder gut. „Like a dog without a bone, an actor out on loan, riders on the storm.”

2012