Ankunft in Plakias

Der Flug startete mit Verspätung in dieser Oktoberwoche nach Griechenland, Streiks und Unruhen drohten. Freunde hatten geunkt: Das kann schwierig werden, aber du hast ja Zeit! Auf dem Flughafen von Heraklion war alles normal. Ich bekam schnell mein Auto und startete in Richtung Rethymnon. Eigentlich wollte ich gleich in die Sfakia, aber weil die Sonne mittags heftig schien, fuhr ich nicht Richtung Vrisses, sondern bog vorher schon ab und erreichte über Armeni, Agios Vasilios und die Kotsifou-Schlucht Plakias. Ich wollte lieber erst mal sonnen und baden. Plakias könnte dazu ein guter Einstiegsstrand sein. Mal sehen, wie das Wetter mitspielen würde. Im Paligremnos bekam ich das letzte Zimmer. Es war erstaunlich voll, ganz anders als noch im Frühsommer. Der Strand war aber überschaubar. Schnell ins Wasser, es war toll und erfrischend nach Autofahrt, Flug und Autofahrt. Dann den ersten Frappé an der Strandbar, und ich war richtig angekommen. Um drei ging ich in den Schatten zum Essen. Die Suzukakia waren frisch gemacht und schmeckten großartig. Ich genoss die Ruhe unter den Bäumen des Paligremnos. Am Strand brauchte ich keinen Schirm, sondern schmierte mich ein und ließ dann die Hitze zu. Ich las und rätselte und döste und ging ins Wasser und las und döste ... Um sieben wurde es dunkel, um acht stimmten Tausende von Zikaden auf Kommando ihr Konzert an und ich verließ schnell den Balkon. Ich machte einen kleinen Rundgang durchs Dorf, früher als im Sommer, und fand die Lokale gut besucht. Im Sofia überredete mich Giorgos zu Barbunia Spezial mit Rosè und Raki, die Fische etwas klein, der 2. Raki etwas warm. Es war kühl geworden. Ich konnte gut schlafen.

Das Frühstück am nächsten Morgen nahm ich wieder im Smerna ein. Ich bin eben ein Gewohnheitstier: Wenn es irgendwo gut war, geh ich wieder hin. Das Frühstück war eines der besten der gesamten Zeit. Ich empfehle Smerna Spezial. Mit dem Besonderen haben sie es wohl in Plakias. Der Tag am Strand war wunderschön, es war sonnig und ruhig. Mittags gab es leckeres Moussaka. Zu meinen Füßen spielten kleine Katzen. Griechisches Klischee. Was wollte ich mehr? Gegen halb zwei kam dann leichter Wind auf. Er war angenehm und hatte zur Folge, dass ich den Nachmittagssonnenschutz vergaß und einen leichten Sonnenbrand bekam. Beim Strandspaziergang entdeckte ich an der Plakias-Wand einen Kletterer. Das war mir im Sommer ebenso wenig aufgefallen wie die Nackten in der hinteren Ecke des schönen Strandes. Die Wolken am Abend kündigten einen Wetterwechsel an, wie auch Georgia im Paligremnos vermutete. Abends war beim Essen noch einiges los in der Taverne. Am Nebentisch unterhielten sich zwei Paare aus Freilassing. Die Männerredeten miteinander und die Frauen auch, parallel und überkreuz, aber zum Glück nicht über die Krise in Griechenland, sondern über Alltagsgeschichten aus Bayern. Das war mir zu anstrengend. Ich trank schnell noch einen Raki und ging lieber kurz an den Strand und dann ins Bett.

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