Ankunft in Agia Galini

Die Dämmerung brach herein. Ich fuhr hinter einem Bus her Richtung Agia Galini. In Mires bog er ab, ich ihm nach, es wurde einsamer, auf den Straßenschildern Ortsnamen, die ich nicht kannte. Irgendwann wurde ich unsicher und hielt rechts an, an einer Kreuzung erklärte mir ein Bauer, die Straße führe nach Matala, und da wollte ich ja nun gar nicht hin. Also wieder zurück, eine kleineOdyssee, in Mires verfuhr ich mich im Dunkeln gleich noch mal, dann wieder weiter durch Timbaki, - nun war alles klar - und prompt landete ich in Kokkinos Pyrgos, weil ich eine Straßengabelung übersehen hatte. Schließlich kam ich doch noch in Agia Galini an. Als ich das Ortsschild sah, war ich erleichtert. Dreimal musste ich nachfragen, dann fand ich mein kleines Hotel und wurde freundlich mit einem Raki begrüßt. Den Koffer brachte ich schnell noch ins Zimmer, setzte den gelben Rucksack auf und los ging es ins Dorf. Ich hatte ziemlichen Hunger. Der Ort ist überschaubar, ich fand mich gleich zurecht und ging hinunter zum Hafen. Im Tatso Mondo bestellte ich mir Paputsakia, dazu den ersten Zaziki und das erste Mythos. Es schmeckte sehr gut und machte satt. Sehr schön. Ich wurde ruhiger und beobachtete das Treiben. Es war einiges los, aber für Mitte Juli hatte ich mehr Menschen erwartet. Ich genoss den zweiten Raki des Tages, aß ein wenig Melone zum Abschluss und machte mich dann ab ins Bett. Ich war müde. Ein kleines Frühstück am nächsten Morgen, den Ort im hellen Licht wahrnehmen und ab in den Hafen. Ein Fußweg ging an einem Steilhang entlang zum Strand. Bei einer Beachbar gab es breite Sonnenliegen aus Holz unter einem Schilfdach. So was braucht ein alter Mann. Endlich wieder ins Meer, vorsichtig über die kleinen Steine in das klare kalte Wasser. Das erste Eintauchen ins Meer am Morgen ist für mich immer wunderschön.

Am Nachmittag eroberten viele junge Leute die Bar „So Far So Good“. Reggae-Muzak war angesagt, später dröhnte JLo los, es war Partytime – wie dann an jedem Tag. Als die Sonne über den Bergen hinter Galini unterging, packte ich meine Sachen zusammen. Abends erkundete ich in Ruhe den Ort, es gab reichlich Cafes und Restaurants mit vielen Tischen und Plätzen, gut gefüllt, aber nicht überlaufen voll. Ich hörte deutsche, holländische und englische Stimmen. Keine russischen, das sollte sich dann in Matala ändern. Nach dem Abendessen nahm ich noch einen Espresso im Cafe Face im Hafen. Trotz der großen Hitze schlief ich wieder gut ein.