Lentas

Mein Kollege Thomas hatte mir diesen Ort am Ende der Welt ans Herz gelegt. Hier finde er seine Ruhe im Sommer. Er hatte mir Fotos gezeigt. Ich musste also hin. Aber es sei richtig ruhig, hatte er gesagt, kein Geldautomat, keine Post, kein Shopping und die Anfahrt sei etwas mühsam.

So war es dann auch, erst eine halbe Stunde den Berg hinauf, dann eine halbe Stunde in rauer karger Landschaft den Berg hinunter, Afrika entgegen, bis ich Lentas sah und mir die Hitze entgegen schlug, als ich die Autotür öffnete.

Die Sonne stand schon sehr hoch. Zwei Läden, mehrere Tavernen, ein schmaler Stein-Sand-Strand und sonst nichts – nur Franzosen, Griechen und viel Ruhe. Erst mal einen Frappé. Irgendwann ergatterte ich eine Liege unter dem Schatten des großen Baumes am Wasser beim El Greco. Ich las, döste und hörte dem leichten Schlagen der Wellen an den Strand zu. Mittags aß ich ein sehr leckeres Imam im El Greco. Das hatte Thomas mir empfohlen. Der Blick von der Terrasse des Restaurants auf die Bucht war wunderschön. Auszuhalten war es am Nachmittag aber nur im Schatten, ansonsten stand die Hitze brutal in dem kleinen Ort.

Ich hatte vergessen, das Lenkrad im Wagen abzudecken und verbrannte mir fast die Finger. Allein kam ich mir zu Beginn der Reise in den Süden etwas verloren vor in Lentas, also blieb ich nicht über Nacht, sondern ließ die schöne Einsamkeit hinter mir zurück und kehrte über Mires und Timbaki zurück nach Galini.