Antiparos und Paros – Kleine Odyssee

Ich wollte die Tropfsteinhöhle auf Antiparos besuchen. Nicole empfahl mir, in Paros ein Moped zu nehmen und dann mit der Fähre nach Antiparos zu fahren und dann zur Höhle. Mopeds sind nicht so mein Ding, aber es kam eh alles ganz anders.

Ich hatte mir beim Frühstück so viel Zeit gelassen, dass ich erst in letzter Minute die Blue Star erreichte, um nach Paros zu fahren. Eine große Fähre mit zwei Rolltreppen und Hunderten müder Reisender im hellen Sonnenlicht. Krass. Bevor ich in Parikia überhaupt nachdenken konnte, ob ich doch ein Moped oder besser ein Auto mieten sollte, hatten mich Leute überredet, mit dem Wassertaxi nach Antiparos überzusetzen. Dort sollte vom Anleger ein Bus direkt zur Höhle fahren. Natürlich fuhr er vom Fährhafen, aber der Weg in der Sonne dorthin war nur kurz. Der Bus brauchte nicht lange.

Die Höhle war beeindruckend. Ich hatte mich früher immer geweigert, Höhlen zu betreten. Diese war ziemlich groß, gut ausgeleuchtet, hatte moderne Treppen, die in die Tiefe führten. Je tiefer ich hinabstieg, um so kühler und nasser wurde die Luft. Die Tropfsteine waren sehr beeindruckend. In etwa 80 Meter Tiefe wurde es dann etwas beklemmend für mich. Ich machte noch ein paar verwackelte Fotos.

Der Aufstieg wurde anstrengend, aber so heftig wie zum Kloster auf Amorgos wurde es dann doch nicht. Draußen angekommen, war es schön, in der Halle beim Eingang zu sitzen und die kleine Kapelle anzusehen.

Der Bus fuhr pünktlich zurück. Der Wind hatte zugenommen. Andrea hatte gesagt, man könne auf Antiparos gut baden. Ich suchte den Strand südlich des Hafens auf. Er war sandig, aber auch voller Wind. Im Laufe des Nachmittags wurde er immer stärker. Eine Decke wäre gut gewesen, ich fror fast. Zu allem Überfluss fuhr sich auch noch die Coca-Cola-Kantine im Sand fest.

Der Wind nahm ständig zu, ich ging im Schatten des frei gezogenen Wagens zurück in die Stadt, einen Frappé zu trinken. Am Pier stand, dass wegen der stürmischen See alle Wassertaxis „gecancelt“ waren. Nun musste ich doch zur Fähre zurück in den kleinen Hafen. Sie fuhr gegen fünf. Mit mir an Bord waren einige Squadfahrer und Arbeiter, die nach Paros zurückfuhren. Am Anleger bei Pounda stand schon der lokale Bus bereit. Aber statt nach Norden nach Parikia fuhr er erst mal südwärts und brauchte eine halbe Stunde über Aliki und Kamares, bis er schließlich in Parikia am Busbahnhof am Hafen ankam.

In Parikia war ich zuletzt vor 24 Jahren gewesen, als Jannis eins gewesen war. Ich erkannte zwar den Hafen und die Windmühle mit dem Kreisverkehr, aber sonst nicht mehr so viel. Ich ging auf gut Glück in das Gassengewirr und fand ein Kafenion, wo ich die Ruhe genoss und einen guten Frappé bekam.

Die Blue Star sollte leider erst um elf nach Naxos zurückfahren, wie ich zu meinem Kummer feststellte. Aber um acht sollte ein Superjet gehen. Auch gut. Ich machte einen Spaziergang im Ort, fand aber nicht mehr den Weg zu unserem Haus von damals, nur einen Fußballplatz bei einer Schule, wo die Jungs in der Abendsonne trainierten.

Natürlich hatte der Superjet Verspätung. Ich saß mit einigen Reisenden in der Dämmerung auf der Mauer der Windmühle am Hafen und hielt alle fünf Minuten Ausschau nach dem Schiff. Die Sonne ging unter hinter dem Berg. Um neun legte das Schiff schließlich an. Eine Stunde Verspätung - ging ja noch.

Ich war froh, nach der Rückfahrt nach Naxos auf einem völlig verschlissenen Superjet und einer warmen, aber erfrischenden Dusche zuhause zum Essen gehen zu können. Im Kastro gab es einen freien Tisch hinter dem Denkmal. Das Moschari war wie immer genial. Um elf war es immer noch warm und der Meltemi hatte nachgelassen. Ich konnte gut schlafen.