Delos

Delos hatte es schwer mit mir und ich mit Delos. Am Vorabend überlegte ich mit Nicole, ob Delos und Steine bei dem schönen Wetter lohnen würden oder ob ich nicht besser die Morgenfähre nach Naoussa auf Paros nehmen sollte. Da ich aber am nächsten Tag wieder zum Plaka baden fahren konnte, beschloss ich dann doch, mir zuerst Steine in Delos und danach Windmühlen auf Mykonos anzusehen. Denn Mykonos muss man ja mal besucht haben. Also auf nach Delos.

Diesmal fuhr die Naxos Star über Naoussa. Ich hätte also aussteigen können, doch ich ließ mich auf Delos ein. Am provisorischen Anleger dieser unbewohnten Insel lagen schon drei Ausflugsschiffe aus Mykonos. Schnell verließen alle das Schiff und strebten den Schatten im Eingangsbereich dieses bedeutenden Heiligtums an. Das nächste Schiff brachte neue Besucher. Führungen wurden organisiert. Kinder mussten beruhigt werden. Es war heiß. Und vor mir ein Trümmerfeld.

Die erste halbe Stunde hielt ich durch auf den Wegen und zwischen den Hauswänden. Dann flüchtete ich mich ins Museum. Dort war es kühler. Die Exponate gefielen mir. Aber irgendwann hatte ich mich satt gesehen, das Museum war eher klein. Draußen setzte ich mich erst mal in den schmalen Schatten an der Museumsaußenwand auf einen Stein, bis mich eine Mitarbeiterin verscheuchte. Vielleicht war der Stein ja auch heilig.

Ich machte noch einen Abstecher zur Löwenterrasse, trank die Wasserflasche leer und bewegte mich eine halbe Stunde, bevor das Schiff ablegte, lieber in die klimatisierte Lounge. Ein kaltes Wasser und dann ging es mir wieder besser. Dieses Delos hatte mir wehgetan.