Koufonissi

Inselhopping Teil 2. Von Iraklia ging es ganz schnell zu diesem Inselchen. Mich erwartete große Hitze. Ein schattenloser Anleger, eine schattenlose Straße, an einem wunderschönem Strand – schattenlos. Keine Chance zum Baden, für mich. Also ein kurzer Bummel durch den Ort am Hafen. Weiß gekalkte Häuser, überall werden Zimmer angeboten, überall Handtücher über den Geländern. Menschen sah ich nur am Wasser unter mitgebrachten Sonnenschirmen. Das Wasser war türkis. Aber diese Hitze…

Ich bekam Hunger. Im Lefteris war an der Straße unter den Bäumen am Strand kein Platz. Also verzog ich mich unters Schattendach weiter hinten an der Taverne. Zwischen zwei Bäumen war eine Hängematte gespannt. Ich bestellte Moschari Kokkinisto mit eiskaltem Mythos. Bier mittags? Tat ich sonst nie. Ich aß sehr langsam. Um mich herum war Ruhe, alle Leute waren noch am Strand oder bummelten. Schön. Die Hängematte inspirierte mich zu einer Gedichtidee.

Fünf Minuten später waren alle Tische um mich herum besetzt. Italiener, Griechen, Deutsche, ich konnte mich nicht konzentrieren. Bestellte Wasser. Stöpsel ins Ohr. Coldplay. Fix you. Runterfahrmusik. Sudoku. Kopf auf Standby. Abtauchen in mich. Klappte nicht sofort. Dachte an … Ach egal. Ich schaffte die ganze Wasserflasche.

Halb fünf ging das Schiff zurück. Um Viertel nach vier war es an der Straße zum Hafen noch leer. Um halb fünf war es bei Limani am Anleger voll. Bestimmt hundert junge Menschen, die auf die Fähre warteten. Wo waren sie vorher gewesen? Auf dem Schiff erklärte mir jemand, dass Koufonissi bei jungen Leuten dieses Jahr angesagt wäre. Holländer, Italiener, Franzosen. Krise? Hier jedenfalls nicht.

Wiederkommen? Nur mit Sonnenschirm und mehr Zeit.