Naxos Chora

Der Taxifahrer hatte Mühe, das Kastell zu finden. Nicole und ihr Mann Nikos führen eine kleine Pension, ruhig hoch oben gelegen hinter dem Kastro. Ich hatte den Tag noch am Strand verbracht und war abends in mein Zimmer gekommen mit Blick auf die alte Burg. Zum Essen begab ich mich durch die kleinen Gassen der Altstadt hinunter zum Hafen. Die Tavernen an der Promenade waren brechend voll. Naxos wirkte, als ob es am nächsten Tag nichts mehr zu essen geben würde. Ich fand noch einen Platz in zweiter Reihe im „To Kati Allo", einer kleinen Familientaverne mit nur wenigen Plätzen. Gemista, Zaziki, Brot und Mythos schmeckten richtig gut. Der Rückweg zum Kastell war eine Odyssee. Ich verlief mich in den dunklen Gassen. Die Nacht im neuen Zimmer war gut.

Am nächsten Morgen stand ich früh auf und frühstückte im Hafen im Diogenes. Endlich wieder ein Ei und frisch gepressten Orangensaft, dazu einen schönen Blick auf den Hafen, die Schiffe und die ersten Fahrgäste. Ich gesellte mich hinzu. Die Reise nach Iraklia begann. Abends kaufte ich auf dem Rückweg bei dem Opa im Alten Markt Mythos und Cola, wie ab jetzt an jedem frühen Abend, wenn ich vom Schiff oder vom Bus zurückkam. Diesmal fand ich den Weg sofort.

Jeden zweiten Tag war Plaka angesagt. In der Busstation kaufte ich zwei Tickets, denn im Bus gibt es keine. Er füllte sich so nach und nach in der Stadt und fuhr über Agios Prokopios und Agia Anna in 15 Minuten zum Plaka-Strand. Dort genoss ich das Meer und das Strandleben. Die blauen Hängematten reizten mich sehr. An dem Strandteil waren vor allem italienische Familien und junge Franzosen unterwegs, Deutsche eher weniger. Das Mittagessen im italienischen Amore Mio war klasse und eine Abwechslung zum griechischen Alltag. Der Strand war toll. Endlich mal wieder Strandurlaub ohne Badeschuhe.

Das Zimmer nach vorn raus zum Kastro hatte immer viel Luft. Mücken gab es keine. Wenn die Jungs abends vom Fußballspielen auf dem Asphaltplatz vor der Kirche Agia Kyriaki müde waren, wurde es ganz ruhig. Von der Dachterrasse des Kastell hatte man einen schönen Blick auf die Stadt und das Meer. Meist war ich oben ganz allein und genoss die Abendruhe, las oder rätselte. Das Wohnen in dem Haus war sehr angenehm, Nicole und ihre Familie waren hilfsbereit und liebenswürdig.

Ihre Tochter hatte mir empfohlen, wenn ich nicht nach unten in den Stadtrummel wollte, zum Essen ins To Kastro ganz in der Nähe zu gehen. Das tat ich und wurde nicht enttäuscht. Das Lamm aus dem Ofen schmeckte sehr gut. Es gab Broccoli dazu. Den hatte ich bisher auf meinen Reisen noch nie bekommen. An einem anderen Abend nahm ich Muscheln Saganaki. Das Essen genoss ich sehr. Vom To Kastro hatte man einen guten Blick auf den Hafen, um die Abendfähre einlaufen zu sehen. Das Restaurant war immer gut gefüllt. Hier traf ich auch Schiffsreisende von Santorini wieder. Naxos ist eben auch klein.

Abends war es immer voll an der Hafenpromenade. Nach einem guten Mittagessen reichten außer Volta und Leutegucken auch Pita Gyros vom Laden am Hafeneingang und Limetteneis im Becher und Espresso im Stehen. Musikanten waren unterwegs und Stelzenläufer.

Morgens wechselte ich auch mal ins Lotto, denn dort gab es Proino City mit leckerem Joghurt mit frischen Früchten. Natürlich hätte ich auch im Kastell frühstücken können, aber am Hafen gefiel es mir gut. Die ersten Rucksackleute waren unterwegs zur Morgenfähre und die drei alten Männer schälten früh schon Kartoffeln fürs Mittagessen.

Nicole brachte mich am letzten Tag mit ihrem Auto zum kleinen Flugplatz. Das Einchecken war problemlos, der Flug nach Athen mit dem kleinen Flugzeug war wieder schön. Dort hatte ich im Abflugbereich Zeit, Touris zu gucken und bewunderte, was für geniale Schuhe frau zum Reisen tragen kann. Im Flieger nach München servierte Lufthansa Moussaka mit Pennenudeln, und auch beim Heimflug war ich locker und entspannt. Alles war gut, als Jannis mich am Ausgang abholte.