Erholung auf Naxos

Nach der guten Erfahrung des letzten Jahres machte ich mich wieder auf nach Naxos. Die Insel bot mir Strandurlaub, den ich dringend nötig hatte, dazu das Meer, einen schönen Hafen und die Möglichkeit, auf andere Inseln zu reisen.

Ich freute mich sehr, als Nicole mich vom Flieger abholte, und hatte im Kastell das Gefühl, ich wär nur eine Woche weggewesen. Schön, wieder anzukommen, wo es einem gut geht. Nach einem Kaffee und Strandtaschepacken ging ich los in den Hafen, kaufte die Bustickets und fuhr zum Plakastrand. Das Meer war blau (!), das Wasser am frühen Abend erfrischend kühl und der Wind stärker, als ich gedacht hatte. Ich trank den ersten Frappè und genoss den Luxus der blauen Hängematte. Die Last der letzten Wochen fiel von mir ab und ich beschloss den Abend im To Kastro bei leckerem Moschari und Mythos.

Die Nacht war ruhig und kühl. Es war Anfang Juli, die Temperaturen waren die ganze Zeit über erträglich. Die Tagesabläufe ähnelten sich. Früh zum Frühstück in den Hafen, dann zum Plaka, wo der Meltemi stärker als im letzten Sommer über meinen Bauch blies, baden, rätseln, lesen, Musik hören, auf dem Rückweg ein kühles Bier vom Alten holen, duschen, lesen, faulenzen, essen gehen, Zitroneneis im Wafflehouse kaufen, schnell lecken, lesen, schlafen.

Im Kastell fühlte ich mich sehr wohl. Es waren einige Stammgäste da, die mit der Familie zusammen eine angenehme Atmosphäre verbreiteten. Am ersten Wochenende war das Kirchfest von Agia Kyriaki oberhalb des Parkplatzes. Nikos hatte vorher noch die Mauernder Kirche geweißt. Die Anwohner waren zahlreich auf den Beinen.

Richtig voll war es dann Mitte Juli, als das Fest des Heiligen Nikòdimos im Hafen gefeiert wurde. Als ich gerade bei Boulamatsis leckere Zuzukakia aß, begann das Feuerwerk. Silvesterraketen Mitte Juli auf Naxos, strahlende Gesichter all überall, tobende Kinder und brechend volle Tavernen.

Besser noch gefiel mir der Abend, als Nicole und Nikos mit der Familie und Gästen vor ihrem Haus grillten. Die gefüllten Kalamari schmeckten mir sehr gut. Wie früher auf Feten wurde viel gelacht, getrunken und geredet. Menschen unterschiedlicher Nationen unter-hielten sich meist auf Englisch über Gott und die Welt und über Kierkegaard und Wittgenstein. Die Dänen fanden, dass nur Hans Christian Andersen und Morten Olsen bedeutsamer seien als Kierkegaard. Ob die beiden sich gekannt hatten, konnte an dem Abend nicht mehr geklärt werden.

Zwischendurch fuhr ich mal eben für ein paar Tage nach Amorgós. Als ich wieder kam, rieten mir Andrea und Nicole, nicht noch mal Santorini zu besuchen. Ich hätte doch letztes Jahr schon genug Bilder gemacht. Antiparos wäre doch auch schön. Den Rat befolgte ich natürlich.

Gut erholt verließ ich die Insel, die mir im Moment Erholung und viele neue Reiseeindrücke gibt. Ich versprach Nicole wiederzukommen und flog über Athen entspannt zurück nach Hannover.