Naxos Ende August

Ende August unternahmen wir eine Reise nach Naxos, Milos und Euböa und flogen von Münster nach München und dann nach Athen und mit der kleinen Propellermaschine nach Naxos. Dreimal starten und landen verkraftete Ramonas Fuß wohl doch nicht. Naxos war warm und windig wie immer. Nicole gab uns eine Schüssel mit Eiswasser zum Kühlen. Das half sofort. Vorsichtig machten wir uns dann auf den Weg zum Hafen, ich kaufte die ersten Bustickets und ab ging es zum Plaka.

Hängematten, Frappé, weicher, warmer Sand und angenehm ruhiges Wasser ließen uns die Reisestrapazen vergessen. Wir waren halbwegs angekommen. Ramona war erstaunt über die vielen Menschen am Strand Ende August. Ich vertröstete sie auf ruhige Buchten. Abends ging es früh zum Essen ins Kastro. Das Moschari hatte Ramona auch schon mal woanders besser gegessen. Ich hoffte, sie konnte wenigstens gut schlafen. Und das tat sie dann.

Am nächsten Morgen sah die Welt bei einem üppigen Frühstück im Lotto am Hafen gleich viel besser aus. Der Fuß hatte sich beruhigt. Bis auf einen längeren Busstau in Prokopios erlebten wir einen entspannten Tag am Meer und konnten ihn direkt am Wasser auf der Liege und einembequemen Stuhl genießen. Und als ihr das Abendessen im Boulamatsis mit leckerem Moussaka, Chorta und Patateschips ein Lächeln ins Gesicht zauberte, war ich erleichtert und plante einen Trip an einen etwas einsameren Strand.

Wir liehen uns ein Auto, kurvten durch das neue Einbahnstraßensystem der Stadt und kauften uns zwei kleine Campingstühle, weil wir sie am Psili Ammos gut würden gebrauchen können. Dann fuhren wir in den Berg und über Chalki, Filoti bis nach Apiranthos, wo ich fast wieder die Abfahrt nach Moutsouna verpasst hätte. Dabei kann ich doch griechische Schriftzeichen lesen. Moutsouna mit seinen alten Fabrikanlagen und den verrosten Kran am Anleger fasziniert mich jedesmal wieder. Der Frappé im Skala schmeckte richtig lecker. Wasser gab es wieder aus der Glasflasche. Die Gegend am Hafen bot wieder viele Fotomotive.

Am Straßenrand beim Psili Ammos standen schon vor Mittag einige Autos. Wir schnappten uns die Stühle und die Badesachen und fanden den kleinen Weg zum Strand sofort. Nach dem Klettern über den Felsen hinter der kleinen Bucht waren wir dann in der großen und fanden Platz im Schatten unter kleinen Federbäumen. Ramona ging gleich in die Sonne und genoss die Wärme und das Wasser. Weil es doch windete, kam die Luftmatratze nicht zum Einsatz. Das sollte sich die nächsten zwei Wochen nicht ändern. Erst in Limni war etwas weniger Wind und bereitete ihr das Vergnügen, auf dem Wasser zu schweben. Der Tag am Psili Ammos jedenfalls war schön. Auf der Rückfahrt fuhren wir die Serpentinen hoch nach Apiranthos derSonne entgegen. Für das Abendessen hatte uns Nicole das Kozi empfohlen. An der Küste mit Blick auf das beleuchtete Tor bestellten wir wieder viel zuviel Suflaki und Patates und fielen müde ins Bett.

Bei dem starken Wind wollte Ramona auch nach Mikri Viglia, die Windsurfer und Drachen sehen. Wir bekamen kaum die Autotüren auf und fuhren weiter nach Alyki, wo wir an dem kleinen Strand beim verlassenen Hotel den neuen blauen Schattentunnel aufbauten, doch ich musste ihn im Sitzen festhalten, so sehr blies es. Wegen des tollen Wassers blieben wir bis 2,dann fuhren wir doch an den ruhigeren Plaka, lagen in der ersten Reihe und genossen  Wasser und Strand. Marianna brachte zwei Frappédes und wir blieben bis 7. Im Stadtteil AgiosGeorgios hatte ein neues Restaurant aufgemacht. „Moderne griechische Küche, etwas teuer“, hatte Nicole gesagt. Beides stimmte. Ungewohnte Atmosphäre, fast mitteleuropäisch ,sehr aufmerksame Bedienung, ein edler Salat, ein zartes Filet, mit Getränken 32 €, das kann man sich einmal gönnen.

Um einen Kouros zu sehen, ging es an der Westküste hoch an der Müllkippe vorbei und um den Stausee herum Richtung Apollonas. Von oben sahen wir, wie der Wind große Wellen an den Strand trieb. Der Kouros lag ruhig da und ließ die Besucher ratlos zurück. Der Frappé im Akrogiali war lecker, doch der Wind war so heftig, dass beim Servieren das kalte Wasser vom Tablett auf meinen Shorts landete. So lernte ich hoch im Norden der Insel ein edles WC im Obergeschoss kennen. Wer hätte das gedacht, in diesem „Nest“? Bei dem böigen Wind war am Ormos Abrami an ein Baden nicht zu denken, am Plaka schon. Auf der Rückfahrt lenkten an den Kreiseln Polizisten den Reisestrom. Es fand der Naxos-Triathlon statt, doch wir kamen zurecht, tankten für 1,72 € in diesem Jahr und gaben den Wagen zurück. Bei Boulamatsis fühlten wir uns wieder sehr wohl, und Pastizio und Kykladensalat mit Kapern und Ziegenkäse für 18 € schmeckten genau so gut wie später noch Imam oder Suzukakia und schonten unsere Reisekasse.

An den nächsten Tagen ließ der Wind nach. Wir genossen leckere Frühstücke, schöne Plakastunden und das gute Essen im Boulamatsis. Etwas langweilig vielleicht, aber für uns gerade gut. Am Mittwoch bummelten wir herum, Ramona erklomm endlich den Hügel mit dem Tor und wir sahen die Skopelitis in den Hafen einfahren.

Später klönten wir mit Nicole über Joannas neue Schule und warteten auf den wie immer verspäteten Seajet, mit dem wir dann eine längere Reise über Ios, Santorini und Folegandros nach Milos machten.

Direkt nach Milos oder erst mal

Naxos - Tage am Meer