Und avrio grüßt das Murmeltier

Mit dem Schiff ankommen und von Niko oder Nicole abgeholt werden ist jedesmal toll. 

Ich freute mich nach dem Astypalea-Donoussa-Hüpfen auf den Plakastrand mit etwas mehr Betrieb. Nach den vielen Omelettes genoss ich das Frühstück im Lotto sehr. Beim Bezahlen traf ich auf Marietta, die jetzt das Wettgeschäft übernommen hatte. Wir verquatschten uns etwas und ich musste den Plakabus am Zebrastreifen anhalten, um noch mitgenommen zu werden.

Dort freute ich mich, auf Marianna vom Amoremio zu treffen und auf ihren Frappé. War das schön, dieser Murmeltiermorgen: Ruhe, Sonne, Sand, Wasser, Frappé!

Naxos-Jorgo war auf seinem Weg zum Vlassys – spätes Frühstück. Murmeltiertag, sag ich doch. Er fand, die Insel sei leer. Bei seiner Ankunft am Vortag hatte er das Gefühl, er habe die BlueStar fast allein verlassen. Ich fand, es war voller als vor einer Woche. Gespräche auf solch hohem Niveau zeigen, wir sind im Urlaub.

Abends traf ich am Haus wieder auf Gabi und Susanne aus Mönschenglattback, die Stammgäste sind und mich zum Essen mit ins Agios-Georgios-Viertel schleppten. Ich müsste mal weg von meinen Lieblingstavernen, meinten sie. Bisher hatte ich mich von dem Mückenstrand ferngehalten, doch die Wiedersehensfreude war so groß, dass ich ihnen vertraute. Der Strand mit den Tavernen war gut besucht, auffordernden Worten von einigen Wirten folgten wir aber nicht, sondern gingen weiter und standen bald vorm Nissaki, bis wir die Preise sahen - und drehten dann doch um und gingen auf den Sand hinunter zum Yialos, wo wir viel zu viel bestellten. Die Vorspeisenplatte hätte wohl schon gereicht. Ich beobachtete das Treiben. Ältere Rentner gingen halbnackt ins Wasser, bevor die Sonne ganz unterging, männliche Bedienungen machten Scherze, die ich schon vor 20 Jahren nicht lustig gefunden hatte und Mücken stachen, als ob sie den ganzen Tag noch nichts zu sich genommen hätten. Wir hatten Spaß, bis die Bedienung die Außenbeleuchtung abschaltete, zahlten und machten uns auf zur Paralia. In der alten Ouzerie waren Gabi und Susanne anscheinend Stammgäste, es gab sofort Ouzo und Raki und ich musste auf den Heimweg durch den Alten Markt drängen.

Am nächsten Tag hatte ich keinen dicken Kopf und einen schönen Tag am Plakastrand. Abends wollten wir mit Nicole und Niko und den Kindern essen gehen, doch wir waren zu faul, und so erlebte ich zum ersten Mal den berühmten Kozi-Bringdienst. Der junge Mann mit dem Moped fuhr fast bis auf die Terrasse, nein, er stoppte vor unserem Tisch vorm Haus. Die Spieße waren lecker, der Salat auch, das Alfa und Nikos eigener Wein machten die Runde bis Avrio.

Gabi war lange nicht im Boulamatsis gewesen. Ich musste ihr erklären, dass die Mamma nicht mehr kochte. Also ging es am nächsten Abend dorthin. Nach dem leckeren Essen nahmen sie mich mit ins Rocks, wo ich nie gewesen war. Sie kannten Thomas, den Inhaber und einige Frauen dort und waren mitten im Geschehen. Die Cocktailbar liegt in der Fußgängerzone schräg gegenüber vom Wafflehouse. Ich probierte mal an Gabis Cocktail, blieb lieber beim Alfa und schaute mit den meist deutschen männlichen Gästen den letzten 30 Minuten von Real Madrid zu, wie es Juventus Turin im Finale der ChampionsLeague abzog, auch schön. Diesmal gingen wir an der Ouzerie vorbei.

Die Tage verbrachte ich immer am Meer, es wurde voller, Massaaass-Frauen kamen vorbei und auch neue Sonnenbrillen hätte ich Hunderte kaufen können, auf dem Wasser tummelten sich die Surfer und die Pizzen wurden bis an den Strand gebracht. Marianna freute sich, dass das Geschäft besser lief.

Abends war ich dann noch so satt vom Tiropita von Grigoris, dass ich nur Lust auf Pitagiros bei Yasouflaki hatte, wo es schnell ging und total lecker war. Das Milfait danach beim Rondewu war so groß, dass ich die Hälfte der Portion lieber Nicole mitbrachte.

Beim Bummel durch Agios Georgios und andere Stadtteile merkte ich, dass in einigen Läden die Preise etwas angezogen hatten. Ich kaufte wieder so viel Rikahonig in dem Gemüseladen gegenüber der Piräusbank, dass der Koffer voll, aber nicht übergewichtig wurde. Zuhause tranken Nikos und ich Kaffee und redeten über die Arbeit und seine vielen Berufe und meinen einzigen, doch an unserem Englisch müssten wir wohl beide arbeiten, wenn die Verständigung im Herbst besser werden sollte. Avrio also.

Abends zog es die beiden Frauen und mich diesmal ins Oasis im Agios-Georgios-Viertel und wir nahmen noch Suzanne aus Nantes mit, die sich ein paar Tage Naxos auf dem Roller gönnte. Das Essen war lecker, die Unterhaltung intensiv und Gabi und Susanne kannten natürlich die deutsche Wirtin, und so gab es Raki und Ouzo und vorher noch Fußball im ZDF. Agios Georgios ist schon sehr speziell, für mich eher ein Ausflug in eine andere Naxoswelt.

Als die Frauen am meinem letzten Tag mit Evas Auto zum Kalandosstrand tief im Süden der Insel aufbrechen wollten, war ich zu faul und genoss als Murmeltier noch mal den Plaka sowie das Yasouflaki und verabschiedete mich auch spät noch im Lotto.

Um halb sieben in der Früh brachte mich Niko zum Flieger. Adio, Naxos. Avrio.