Wieder nach Naxos

Ich freute mich auf die „Heimfahrt“ nach Naxos. Der Jet war mäßig belegt, auch in Ios stiegen nur wenige Passgiere zu. Im Hafen von Naxos wartete diesmal Nikos auf mich, und ich freute mich sehr darüber. Ich bin erst vor vier Jahren auf die Idee gekommen, die Kykladen zu bereisen, und doch ist es bei Naxos schon wie Nachhausekommen. Wir haben uns vor zwei Jahren gegen eine feste Wohnung auf Naxos entschieden, um flexibel sein zu können, doch es zieht uns immer wieder zu Nicole und Nikos.

Die Pension war für Anfang Juni gut belegt, ich bekam mein Zimmer nach vorn und packte gleich meine Strandtasche. Die Busse fuhren noch unregelmäßig zum Plaka, an der Flughafenkreuzung war die Straße aufgerissen, denn die Kanalisation wurde erneuert. Am Plaka war noch nicht viel los. Wie im letzten Jahr waren beim Yazoo und Amoremio Liegen und Schirme noch Fehlanzeige. Also wanderte ich am Strand nach Süden und ließ mich am Plakafe nieder. Der Frappé schmeckte, das Wasser war toll, und ich genoss den Nachmittag und erwischte auch rechtzeitig den Rückbus in die Stadt. Beim Gang hinunter zum Essen erfuhr ich, dass AEK wieder in die erste Liga aufgestiegen war. Ihre Fans sahen sich ein Spiel gegen PAOK an. Das erste Papoutsakia im Boulamatsis war wieder total lecker, aber auch hier waren um neun nur vier Tische besetzt. Vom Reiseboom hatten wohl zu Saisonbeginn nur Mykonos und Sanorin wegen der schnellen Erreichbarkeit profitiert.

Am Morgen bekam ich bei Marietta im Lotto ein tolles Alpha und nahm den 11-Uhr-Bus. Er fuhr heute am Flughafen vorbei und bog auch nicht nach Agia Anna ab, sondern erreichte die Endstation am Plaka und fuhr von dort die Strandstraße zurück. Ich erfuhr, dass nun die Straße in Agia Anna aufgerissen wurde. Ab jetzt war es jedes Mal ein Glücksspiel, wie und wann die Busse fuhren.

Unterm Schilfdach fand ich beim Cedar eine freie Liege und holte mir von Vicky, die sich freute, dass Gäste kamen, meinen Frappé. Es war sommerlich warm, das Wasser erfrischend und der Tag wunderschön ruhig. Abends setzte ich mich ins Kozi mit Blick aufs Tor, sah einem Kindergeburtstag zu und ließ den Abend auf dem Balkon ausklingen.

So vergingen auch die nächsten Tage. Mal ein City im Lotto, wo ich den Joggern oder Kofferziehenden zusah, dann ein Frappé im Plakafe, wo ich Marianna traf, die erklärte, dass das Amoremio erst nächste Woche öffnete, auch mal Lesen und Dösen auf den Liegen am Picasso, abends bummeln durch die Stadt, Essen im Ladocharto, später Zitroneneis vom Wafflehouse. Mittags kam dann zufällig Naxos-Jorgo vorbei und wir gingen zu Vlassys und er erzählte, was es Neues in Agia Anna gab und fragte mich, was ich denn auf Irakliá wollte. Naxos wäre doch viel schöner.

So machte ich am kommenden Morgen einen letzten Bummel zum Agios Georgios, um neue Portara-Motive zu finden und mich dann zu verabschieden, bis mich Nicole zur Scopelitis brachte, die pünktlich um zwei ablegte.

Die erste Fahrt mit der Express Scopelitis war nicht spektakulär. Ich saß im Schatten und sah die Westküste vom Schiff aus. Wir fuhren an Stelida, Agia Anna, Mikri Vigla und Aliko vorbei. Ich war gespannt auf Irakliá..