Faule Tage bei Lindos

Eigentlich hatten wir mit unseren Septemberwochen im Lindos Mare vor 5 Jahren schon abgeschlossen. Doch als es günstige Pauschalangebote nach dem Cook-Crash gab und unsere Freundinnen Hella und Kathrin grad da und begeistert waren, haben wir uns lastminute doch wieder auf den Weg gemacht. Der Flug mit smartlynx war anstrengend, doch die Sonne am Flughafen entschädigte sofort. Noch vor 12 waren wir im Hotel, bekamen eine Suite und ließen sofort am Vlicha die Seele baumeln.

Das Hotel gefiel uns wieder sehr, Efi an der Rezeption und Tsampika im Service sorgten dafür, dass es uns gut ging. Dazu das morgendliche Frühstück auf dem großen Außenbalkon und auch die Buffets am Abend mit den genialen Nachtischen sorgten für unser Wohlgefühl. Gianniotiko wurde zu unserem neuen Topdessert neben den vielen tollen Schokotorten.

Am zweiten Tag wurde die Luftmatratze an der Tankstelle in Kalathos aufgefüllt und los ging es zurück in Richtung Agathistrand. Auf der Kuppe hielt ich an, denn oben sahen wir, dass schon die letzte Hütte abgebaut wurde. Die Liegen waren schon im Winterquartier. Damit hatten wir nun Mitte Oktober gar nicht gerechnet.

Dann probierten wir es weiter nördlich am legendären Tsampikastrand und waren überrascht, wie voll es noch war. Also lieber zum Stegnabeach vor Archangelos, doch der törnte uns auch nicht an. Als letzter Versuch kam nur noch der Glystrastrand hinter Lardos in Frage – und da waren neue Liegen, eine neue Kantine und sogar Leute aus der Bettenburg Kiotari herübergekommen. Paola, die in Lardos lebte, aber vom Lago Maggiore stammte, war stolz auf neue breite Liegen mit Schirmen, die einen Wifi-Anschluss und einen Handytresor hatten. Natürlich nicht umsonst, aber mit den Preisen auf Paros nicht zu vergleichen.

Die Bucht vor den Sanddünen gefiel uns gut, Agathi wäre uns zwar lieber gewesen, doch der Einstieg ging schneller und das Wasser am Glystra war frischer als am Hausstrand in der Vlichabucht. So wechselten wir von Tag zu Tag hin und her und chillten und schafften es, ganze Bücher zu lesen.

Abends ging es dann nach Lardos, doch das Kafeneion Tsampikos hieß nun Sevi Cafe. An der Platia hatte sich sonst seit unserem letzten Besuch kaum was verändert. Dann erblickte ich ihn ganz am Ende der Straße im Halbdunkel sitzen. Wir freuten uns sehr. Er hatte sich schon etwas verändert, aber wir waren ja auch nicht mehr die alten. Die vergangenen Jahre waren nicht einfach für ihn gewesen. Er hatte eine Operation in Deutschland hinter sich gebracht und danach noch zwei Jahre in seinem Kafeneion gearbeitet, es dann aber an Sevi abgegeben, als seine deutsche Rente aus der Zeit in Stuttgart durch war. Nun muckelte er im Garten und kam morgens und abends an die Platia. Es war schön, ihn wieder zu treffen. Wir verabredeten uns für einen nächsten Abende in fünf Jahren.

Am Wochenende waren wir unterwegs nach Süden und suchten bei Kiotari und später Gennadi nach Alternativen zum Glistra, aber wir wurden nicht fündig. Kiotari war noch mehr zugepflastert worden von Hotelanlagen, die Kinderbahn fuhr noch ... und Gennadis Steinstrand törnte uns nicht an, zumal gerade für einen Triathlon aufgebaut wurde.

Am letzten Abend mussten wir noch shoppen gehen in Lindos. Wir bummelten vom südlichen Eingang einmal hoch zur Platia am Ortseingang, keine Esel, kaum Touris, viele Koberer und kehrten dann doch wieder auf dem Rückweg im Melia ein, wo es den besten Frappé dieser Woche gab. Wir nahmen Abschied von der Vlichabucht, die auch immer weiter zugebaut wurde. Mal sehen, wie sie in fünf Jahren aussieht.