Samos – Wolken, Regen, Hagel und ein bisschen Sonne

Mal nicht Rhodos im Herbst. Kretaflüge gabs nicht mehr aus unserer Region, blieb Samos von Hamburg aus. Schnell buchen, bevor die Flugpreise noch mehr steigen. Die Landbahn ist kurz, so was kennen wir nicht, draußen ist es bewölkt, aber warm. Der Bus fährt uns 50 Meter zum Flughafengebäude, obwohl keine andere Maschine da ist und niemand auf dem Rollfeld steht. Na ja, Griechenland eben. Den Wagen in Empfang nehmen und bei mäßigen Temperaturen los nach Ireon. 10 Minuten dauert die Fahrt, Poppi erwartet uns schon. Von unserem Zimmer direkt am Strand haben wir freie Sicht auf den türkischen Berg. Es ist bewölkt, der Berg hat einen weißen Hut auf. Ireon gefällt uns sofort, ein kleines überschaubares Dorf. 

Abends der erste Bummel, Essen im vielgepriesenen Agkira, ganz nett. Gut geschlafen – und dann Regen zum Frühstück. Also kein Strand, kein Baden, es heißt Insel erkunden. Erst mal nach Pythagorion – nur noch Nieselregen. Dann auf in den Westen zum berühmten Sandstrand Psili Ammos, kein Regen mehr – und auch keine anderen Leute, nur noch ein paar einsame Liegen und ein umgedrehtes Boot, am Himmel immer noch Wolken. Kurze Entspannung am Strand, weiter nach Vathi, der Hauptstadt, nun wieder Wind, Regen, viele Autos am Hafen – lieber wieder zurück ins beschauliche Ireon. 

Am nächsten Tag endlich ein Sonnentag , schnell an den Pappa Beach, einem wunderschönen kleinen Steinstrand, Luft und Sonne genießen, endlich mal wieder in der Badehose – dann eine halbe Stunde später dunkle Wolken bei schwülwarmem Wetter. Nieselregen kommt auf und so verbringen wir den Nachmittag lieber im Cafe an der Platia, Touris gucken. Es folgt ein richtiger Regentag, also ist Inselumrundung mit dem Wagen angesagt. 

Im schönen Kokkari trinken wir im Cafe Wave am Hafen einen leckeren Frappé, noch mehr Touris gucken, weiter nach Agios Konstantinos, stürmische See, kein Laden offen, also hoch nach Manolates in den Berg, der Wald ist schon herbstlich. Manolates hat zum Glück offen, der Himmel auch, also zu Mittag drinnen im kleinen Gastraum ein Kaninchenstifado. Lecker, endlich richtig griechisches Essen, am Nebentisch quatscht eine Frau ihren Freund voll. Noch einen Kaffee und im Regen weiter, von Karlovassi über den Berg nach Kampos und Ormos, verregnet und traurig aussehend, Straßendörfer sind eh nicht unser Fall. Gut also, dass wir Ireon und nicht Votsalakia als Standort gewählt haben. In Ireon kommt dann abends die Sonne wieder, doch hohe Wellenschlagen gegen die Hafenmauern. Wie das Wetter wohl morgen wird? 

Am nächsten Morgen endlich richtige Sonne. Popi empfiehlt uns den Glicorisa Strand hinter der Tankstelle kurz hinter Pythagorion. Ein guter Tipp, nur wir sind in der Bucht allein. Das Hotel ist schon zu. Am Strand liegen, baden, lesen, träumen, mittags im Elia in Pythagorion Lamm aus dem Ofenessen, leckere Soße dazu, dann wieder Strand, ein schöner Tag! Aber das kann ja nicht gutgehen. Schon nachts kommt ein Gewitter auf.

Der nächste Tag bringt wieder Regen, also auf nach Posidonion. Es ist ein Fehler - nichts los und den schlechtesten und teuersten Frappé in ganz Griechenland getrunken. Mittags sitzen wir dann in unserem Auto im Gewitter bei fünf Minuten Dauerhagel an der Mole im Hafen von Pythagorion und trauen uns nicht heraus, das Wasser fließt nur so die Straße hinunter bis ins Hafenbecken. Wir wärmen uns im Cafe Pythagoras auf. Abends wird es in Ireon wieder ruhig und warm.

 Gut, dass noch ein Sonntag kommt mit Sonne und Baden am Glicorisa und ein Besuch der Marina von Samos vor Pythagorion. Schiffe gucken ist eigentlich nicht so unser Ding, aber wir fahren einfach mal hinunter – und werden überrascht. Es sitzen Griechen im Steak House (ein schlecht gewählter Name). Ein Restaurant, in dem wir endlich wieder Töpfe gucken können, es gibt leckere Gemüse-und Fleischgerichte, wir brauchen nichts vom Grill. Es kocht eine griechische Mamma und für uns gibt es Rote-Beete-Salat, Auberginen, Patates, Fleisch, einfach lecker. Nachher sitzen wir nebenan im Cafe in der Sonne und genießen den besten Frappé und Espresso auf der Insel. 

Wer hätte das gedacht? Auch Popi hat hier noch nie gegessen. Also mal an Pythagorion vorbeifahren und dort einkehren statt im Venetia fünf Euro für eine Flasche Retsina auszugeben oder im Agkira die Launen von Manolis oder der Küche erleben zu müssen. Am nächsten Morgen geht früh der Flieger. Diesmal müssen wir zu Fuß zur Maschine. Ein letzter Blick zur Türkei hinüber und tschüs. Samos hat uns schon gefallen, aber wir sind wohl zur falschen Zeit da gewesen.

2010