Kartérados

Und nun zur gewöhnungsbedürftigen Seite von Santorin. Karterados, Vorort von Fira, laut, viel Verkehr, jede Menge Busse, viele Häuser direkt an den Durchgangsstraßen, jede Menge Quads unterwegs, herumirrende junge Asiatinnen und Asiaten, zu Fuß, dünn bekleidet, hoch nach Fira und später im Dunkeln wieder zurück. Irgendwo müssen die Massen, die aus den Flugzeugen steigen oder die großen Fähren verlassen, ja wohnen bzw. übernachten.

Die BlueStar nahm in Ios noch einige Reisende auf. Selfies waren groß in Mode, vor allem, als das Schiff in die Caldera einlief. Babis holte mich und noch drei andere Reisende im Hafen ab und ich sah wieder die endlos erscheinende Autoschlange, die in Serpentinen die Wand hochkroch. Er erlebte das jeden Tag mehrmals. Nur weg aus diesem „Hafen“.

Sein Hotel in Karterados ist nicht sehr groß – aber alt, doch es hat einen Pool, an dem man den andauernden Verkehrslärm besonders gut hört.

Vom Baden am Exo-Gialos-Strand riet mir Babis ab, nach Kamari mit dem Bus, das mochte ich nun wieder nicht. Also bummelte ich in den Ort, bis zur „Platia“ und noch etwas tiefer. Vier gewaltige Kirchen stehen da – für 700 Einwohner. Auf dem Rückweg trank ich im Cafe Zotos an der Kreuzung einen leckeren Frappé und erfuhr von der netten Irini, dass man überall im Ort gut essen kann. Ich sollte bloß nicht nach Fira hoch gehen. Das Zimmer für eine Nacht war riesig, ein altes Familienzimmer hinten raus mit drei Betten, die Dusche war gut. Ich las, döste ,telefonierte und schrieb.

Abends ging ich ins Dorf und aß eher mittelmäßig. An der Kreuzung trank ich einen Espresso und sah zu, wie die lokalen Busse an der Busstation anhielten, aber auch die Inselrundfahrtbusse zurückkehrten und junge Menschen in kurzen Hosen und Shirts ausspuckten. Es war dunkel und ziemlich frisch. Schnell liefen sie ins Dorf hinunter. Ich konnte gut schlafen, bekam am Morgen ein ansprechendes Frühstück in dem kleinen Hotel und wurde pünktlich hinunter zum Flughafen gefahren, alles im Preis drin. Bevor die Busse kamen, checkte ich in Ruhe ein. Adio, Santorini!