Im Norden

Ich hatte gut geschlafen, morgens gegen acht hatte es ein paar Regentropfen gegeben, doch um neun war wieder strahlender Sonnenschein. Nach dem Frühstück fuhr ich auf der zweiten Straße, auf der man die Bucht von Kamares verlassen konnte, hoch in die karge Landschaft im Norden. Es gab kaum Autos, kaum Büsche, hin und wieder Ziegen, einzelne Häuser und auch mal einen Esel.

Ich wollte nach Cheronissos. Auf der Höhe über der Bucht und stand eine Taverne. Ich hielt davor auf dem großen Parkplatz an, um von oben Fotos zu machen. Dort traf ich Maria aus Deutschland, die wie ich von dem Blick begeistert war und mir die besten Positonen für die Fotos zeigte. Sie besuchte gerade Freunde in Artemonas. Wir kamen ins Gespräch, auch sie war von Sifnos fasziniert. Als ich von Vathi und dem nassen Gang am Strand erzählte, erklärte sie, dass eine griechische Freundin dort heiraten wollte und der Gang am Strand auf den Armen des Mannes ein typischer Brauch wäre, der auch mal im Wasser endete. Der Linienbus kam auf einmal, und weg war sie. Also fuhr ich hinunter zum kleinen Dorf an den Strand und parkte neben dem Minimarkt.

Die Bucht erinnerte mich an Firopotamos auf Milos, nur fehlten Garagen und ein Tor. Ich erkannte zwei Tavernen und nur wenige Besucher. Auf dem Wasser lagen einige kleine Boote, alles wirkte sehr ruhig und entspannt.

Ich blieb nicht lange, die Tavernen sahen noch zu aus, und nahm die Straße durch die kahle Landschaft nach Apollonia. Dort war mehr los. Ich fand einen Laden mit Büchern und Karten und setzte mich dann an die kleine Platia beim Kafeneion Lakis, trank einen Single und schrieb meine jährliche Karte. Der Briefkasten war gleich in der Nähe. Dann erkundete ich die Umgebung und die Steinwege hoch nach Artemonas oder Kato Petali. Doch das Gehen strengte mich wieder an.

Bei Lakis nahm ich noch einen Frappé und durfte einige Fotos machen, doch er war schnell ungnädig und ich verließ den nun etwas unwirtlichen Platz. Ich fand die kleine Tankstelle, verzichtete auf das Kastro wegen des Laufens und nahm ein erfrischendes Bad in Kamares. Abends besuchte ich das Araxovoli und ließ mir Papuzakia schmecken.

Am Sonntag wurde ich beim Frühstück im Stavros überrascht. Die Kirchenglocken läuteten und ja, gegenüber an der Straße war die alte Dorfkirche. Der Gottesdienst war zuende. Noch mehr war ich dann am Haus überrascht, als Antonis Mama kam und mir und den anderen Bewohnern, denn das Haus hatte sich gut gefüllt, aus dem großen Tonkrug Revithia anbot. Der Eintopf schmeckte noch besser als im Argiris. Die griechische Gastfreundschaft erstaunt mich immer wieder und ich bedankte mich sehr herzlich. Ich hatte mit der Auswahl meines Zimmers also alles richtig gemacht.

Sifnos hatte mir sehr gut gefallen, beim nächsten Besuch würde ich sicher nicht nur in Kamares wohnen, da waren noch einige Wünsche offen.

Ich ging noch mal baden, Frappé trinken, warf einen letzten Blick ins Argiris und später von der Terrasse einen allerletzten aufs Meer. Um Viertel vor sieben fuhr mich Antoni zum Anleger, wo der Superjet mich mit etwas Verspätung über Milos und Kimolos ins dunkle Folegandros bringen sollte.