Meteora - Ort zum Staunen

Als ich Anfang der 80er Jahre das erste Mal durch Nebel und leichten Regen von Igoumenitsa über Metsovon aus dem Gebirge gekommen war, riss der Himmel auf und ich musste erst einmal anhalten. Solch riesige Steinfelsen hatte ich noch nie gesehen. Die Klöster bemerkte ich erst, als Ramona mich darauf aufmerksam machte. Von den verschiedenen Besuchen und Aufenthalten an diesem Ort war der im Frühling 2009 der eindrucksvollste. Die Sonne schien, es waren kaum Ausflugsbusse unterwegs, die wenigen Besucher waren gut gelaunt und die Souvenirverkäufer gelassen und freundlich. In den Klöstern konnte man die Ruhe und Stille finden, die man in heißen Sommern selbst um 10 Uhr morgens vergeblich suchte.

Wir waren von der Sithonia aus über die Egnatia Odos gekommen, die durch das abgebrannte Gebiet zwischen Kozani und Grevena führte, was eine starke Beklemmung in uns ausgelöst hatte. Mittags machten wir Rast irgendwo an der schmalen Straße von Grevena nach Kalambaka und tranken einen Frappé. Nur eine halbe Stunde später fanden wir in Kastraki das empfohlene „Gästehaus Plakias“ sofort. Da es noch schönes Licht gab, fuhren wir gleich hoch zu den „in derLuft schwebenden“ Agios Stephanos und Agia Triada und nahmen uns Zeit zum Schauen. Der Blick ins Tal und auf Kalambaka war wunderschön. Wir so klein und alles andere so weit und groß. Auf den Meteorafelsen staune ich wieder wie ein Kind und halte gleichzeitig inne wie ein Erwachsener. Höchstens Epidaurus erreicht ähnlich meine Seele.

Ein kleiner Bummel dann durch das geschäftige Kalambaka, doch die gesuchte schöne Übersichtskarte gab es in der Buchhandlung nicht. Ein Abendessen in einem vollen Lokal mit richtigen Tischdecken und Kellner in schwarzen Hosen und weißen Hemden rundete den Tag ab. Die Übernachtung und das Frühstück im „Plakias“ waren gut, die nahe Kirchturmuhr hatte uns nur etwas zu früh geweckt, doch wieder schien die Sonne und wir machten uns vor der Fahrt zur Glyfafähre noch einmal aufs in Kloster Agios Roussanou. Da die ersten Busse schon die Straße zu den höheren Klöstern hochfuhren, verschoben wir den Besuch von Varlaam auf das nächste Mal. Über im Gegensatz zu früher gut ausgebaute Straßen erreichten wir noch eine frühe Fähre nach Euböa hinüber.