Agios Nikolaos - Am Rande der Mani

Schicksal oder Fügung, meinen Geburtstag an meinem Namensort zu verbringen? Agios Nikolaos auf Kreta oder auf Sithonia sind nichts gegen Agios Nikolaos am Rande der Mani.

Dabei war eigentlich Kardamili angedacht gewesen. Wir wollten in den Süden des Peloponnes, weil es im Oktober mindestens drei Grad wärmer als auf Euböa war. Bis Kalamata war die Fahrt entspannt, dann wurde es nervig. Als wir hindurch waren, waren wir froh. Doch die nächste Stunde mit Serpentine um Serpentine hinter einem Tanklaster und keine Überholmöglichkeit, weil dazwischen noch fünf andere Wagen in Richtung Mani unterwegs waren, nervte dann noch mehr. In Kardamili bogen wir ab in Richtung Meer und es ging uns gleich besser. Der Strand gefiel uns, doch die ausgesuchte Wohnung lag nah an der Durchgangsstraße und so wir fuhren weiter. Hinter Stoupa bogen wir rechts ab nach Agios Nikolaos. Der Ort ist klein und so fanden wir relativ schnell eine große Wohnung bei Yiota und Christos. Sie lag ruhig, hatte drei Balkone mit Blick auf den Garten und ein kleines Stückchen Meer.

Da es schon spät war und wir nicht weiter fahren wollten, suchten wir hinter dem Haus den Weg zur Klippe und hinunter zur kleinen Kapelle bei der Grotte, wo es einen Einstieg ins Wasser gab. Wir waren nicht die Einzigen, die die Abendstimmung durch ein kühles Bad genießen wollten. Beim Ausstieg musste ich dann die erste Mücke erschlagen. Peleponnes eben.

Das kleine Dorf gefiel uns gut. Zum Einkaufen, zum Hafen mit den Cafes und Tavernen hatten wir hundert Meter und wohnten dort sehr ruhig.

Abends spazierten wir die Straße am Hafen entlang bis zum To Limani und aßen dort Stifado und Fasolakia. Das Restaurant war gut gefüllt, das Essen war lecker. Am kleinen Marktplatz tranken wir noch Frappé und Espresso und sahen dem Treiben zu. Die Atmosphäre gefiel uns, chillig eben.

Yiota hatte uns zum Baden den Strand von Kalogria empfohlen. Nach dem Frühstück waren wir in zehn Minuten da. Zu Fuß ging es auf den Treppen zum Strand hinunter. Uns erwartete eine Bucht mit Schirmen und Liegen, die gut besucht war. Wir genossen den Sand, das tolle Meer und die Sommerstimmung, kein Herbst in Sicht. .

Mittags schlenderte ich die Straße hinunter nach Stoupa, um bei einem Bäcker die vergessenen Tiropites zu holen. Der Strand des Ortes, der sehr weitläufig war, war gut besucht und fest in englischer Hand. Der nördliche Teil gefiel mir gut, der Hauptstrand war mir zu offen. An der Paralia reihte sich Taverne an Taverne und Cafe an Cafe

Auf dem Rückweg kam ich am Camping Kalogria vorbei, auf dem auch Wohnmobile mit deutschen Kennzeichen standen. Einige hatten einen exklusiven Blick auf die Bucht.

In Agios Nikolaos hatten wir das Gefühl, dass es abends voller wurde. Wir bekamen gerade noch den letzten freien Tisch im Hidden Garden ( Mystiko Kipo wäre wohl zu kompliziert gewesen) und bestellten Mavromatika, schwarzäugige Bohnen, mit Spinat zu saftigen Suzukakia und wurden nicht enttäuscht. Lecker war auch auch Kormos, der Nachtisch vom Haus, den überaus aufmerksame und freundliche Bedienungen brachten.

Auch an den folgenden Tagen war Hochsommer im Oktober in Agios Nikolaos. Wir fuhren nach Süden und suchten den hübschen Sandstrand Pantazi, fanden ihn auch, doch er verdiente diese Bezeichnung unserer Meinung nach nicht. Als wir dann Richtung Porto Kagio weiter suchten, wurde es immer wärmer und wir wurden nicht fündig, also beendeten wir die Suche, benutzten an der Kazantzakisstatue, der hier angeblich den Zorbas geschrieben haben soll, die Treppen und genossen lieber den Staff und die englischen Kricketspieler, die Taucher und Angler und die Wasserradfahrer auf dem Meer am Kalogria.

Im Herbst faulenzen wir eben gern. Zwar lockten die Berge und Dörfer und Türme der Mani, doch wir nahmen es uns lieber für die nächsten Jahre irgendwann mal vor, den Pele von Patras aus gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden und dann die Mani zu erkunden.

So genossen wir Sonne und Meer und entspanntes Dorfleben. Für die Touristen wird in der Region Kardamili-Stoupa schon noch einiges geboten. Im Elli's gab es abends Livemusik, Kutschfahrten waren begehrt und auch der Reiter spät abends auf der Hafenstraße in Agios Nikolaos zauberte ein Grinsen in die Gesichter der Kinder. Die Jungs des Dorfes trafen sich abends mit ihren Smartphones auf der Bank an der Apotheke neben dem Cafe. Wenn ihre älteren Schwestern riefen, flitzten sie zu ihren Fahrrädern und weg waren sie. Einige spielten auch beim Fußball im Käfig am Ortsrand.

Das Hafencafe war abends immer gut besucht. Die Engländer saßen eher nebenan bei Gregg. Wir bestellten unseren Abendkaffee und bekamen Gianniotiko dazu, klebrig und süß und sattmachend.

Mein Geburtstagskuchen war sehr lecker. Abends verkaufte uns Yiota die letzten drei großen Gläser Honig von Christos' Bienen von diesem Jahr und wir genossen noch mal Suflakia und Zitronenkuchen im Garden und verabschiedeten uns von dem netten Dorf am Rande der Mani, das ein guter Ausgangspunkt auch für Wanderer und Radfahrer ist, wie wir von anderen Gästen erfuhren.

Die Rückreise war entspannt, es waren kaum Autos unterwegs, und in Athen blieb das Chaos aus. Doch Hannover erwartete uns mit Nieselregen